Bamberg hat nun auch „Immaterielles Kulturerbe“

Der 11. Dezember 1993 – dieses Datum ist sicherlich eines der wichtigsten in der jüngeren Bamberger Stadtgeschichte, denn an diesem Tag stellte die UNESCO die Urkunde aus, die die Altstadt von Bamberg zum Welterbe der Menschheit ernannte.

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Die Bamberger Gärtnerstadt ist Teil des Weltkulturerbes und das Einkaufen direkt vor Ort ein echtes, frisches Vergnügen.

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Von Beginn der Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe befassen sich in Bamberg mehrere Fachbereiche und deren Gremien mit der Auseinandersetzung zwischen den spezifischen Gegebenheiten vor Ort im Kontext mit dem Grundgedanken des Begriffs „Kulturerbe“.  
Nun erhielt vor kurzem die „Bamberger Gärtnerei“, das Prädikat „Immaterielles Kulturerbe“. Sie ist zudem wesentlicher Bestandteil der Gärtnerstadt, die einen Teil des  Weltkulturerbes Bamberg ausmacht.

Der historische Stadtbereich Bambergs bildet mit knapp 470 Hektar eines der größten geschützten Stadtdenkmäler. Davon beinhaltet die als UNESCO-Weltkulturerbe deklarierte „Altstadt von Bamberg“ 142 Hektar. Innerhalb dieses Ensembles sind über 1.300 Gebäude als Einzelbaudenkmäler geschützt. Das Welterbe an sich umfasst Teile der drei Siedlungszentren Bergstadt, Inselstadt und Gärtnerstadt, die jeweils im Hinblick auf Bebauungsart, Nutzung und Charakteristik sehr unterschiedlich sind.
Seit 2003 sind zudem zwei Reichenauer Prachthandschriften aus dem vormaligen Bamberger Domschatz Bestandteil des „UNESCO - Memory of the World“, das 2013 auch die mittelalterliche Handschrift „Lorscher Arzneibuch“ der Staatsbibliothek Bamberg in dieses Register eines Weltdokumentenerbes aufgenommen hat.

Somit kann Bamberg drei einzigartige UNESCO-Güter menschlicher Zivilisation vorweisen, die mit ihrem Herkunftsort eng verbunden sind, nämlich „Weltkulturerbe“, „Weltdokumentenerbe“ und nun auch „Immaterielles Kulturerbe“.

Das Interesse am Immateriellen Kulturerbe in Deutschland ist nach Aussage der Deutschen UNESCO-Kommission inzwischen sehr groß, denn erst seit 2013 werden kulturelle Ausdrucksformen wie Tanz, Theater, Musik, Bräuche, Feste und Handwerkskünste, denen in Deutschland lokal, regional und national besondere Bedeutung zukommt, in das bundesweite Verzeichnis aufgenommen. 
Im Herbst 2013 hatte der Verein Gärtner- und Häckermuseum e.V.  stellvertretend für alle am urbanen Gartenbau Bambergs beteiligten Vereine, Bruderschaften und Gesellschaften beantragt, die „Bamberger Gärtnerei mit ihrem gesamten Komplex kultureller Ausdrucksformen“ als Immaterielles Kulturerbe beim Bayerischen Staatsministerium für Bildung, Kultus Wissenschaft und Kunst zu nominieren. Im Oktober 2015 erfolgte die Aufnahme vom bayerischen Kultusministerium ins Landesverzeichnis und danach im Mai 2016  schlug der Freistaat Bayern die Bamberger Gärtnerei – neben 20 weiteren „Kandidaten“ – für die Aufnahme in das Bundesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes vor. Die Aufnahme schließlich erfolgte im Dezember 2016, worüber sich außer den primär Beteiligten vor allem die vielen Bamberger freuten, die traditionell ihre frischen Waren direkt beim „Gärtner ihres Vertrauens“  Hof oder auf dem Markt  kaufen.
Die „Bamberger Gärtnerei“ steht als Sammelbegriff für die Gärtnerstadt, die ja Teil des Weltkulturgutes ist und umfasst dabei die dort lebenden und arbeitenden Menschen, die kulturellen Traditionen der Gärtner sowie deren Bau- und Wohnformen und auch deren Bräuche samt ihrer religiösen Dimension, spezifischen Kleidung und Sprache. All diese Charakteristika sind bedeutend für die Stadtgeschichte und das urbane Gefüge Bambergs. Wie sehr dieses Gärtnererbe in Bamberg auch heute noch aufrechterhalten und intensiv gelebt wird,  zeigt z. B. der Verein Bamberger Sortengarten – Grünes Erbe Bamberg. Dieser entstand 2013 aus dem Modellprojekt „Urbaner Gartenbau“ und hat es sich zur Aufgabe gemacht, alte Bamberger Gemüsesorten zu bewahren und diese wieder bekannt zu machen. Der Sortengarten, der neben dem Gärtner- und Häckermuseum im Herzen der Gärtnerstadt liegt, wird in ehrenamtlicher Arbeit von den Vereinsmitgliedern gepflegt und betreut. Mittlerweile erfreut sich dieser recht regen Interesses und der Nachfrage nach Sämereien, denn alte Bamberger Lokalsorten liegen nicht nur hierzulande im Trend, gibt es darunter doch bekanntermaßen solch „Gourmet-Prominenz“  wie die Delikatesskartoffel  „Bamberger Hörnla“.

Das Faszinierende an der Bamberger Gärtnerei ist, dass man dieses Immaterielle Kulturerbe auch als Ortunkundiger jederzeit auf verschiedenerlei Weise erleben und begreifen kann, denn das ganze Jahr hindurch gibt’s in der Gärtnerstadt Angebote für alle Sinne, die dazu einladen, diesen speziellen Bereich des Weltkulturerbes zu erkunden. So ist z. B. ein Besuch im Gärtner- & Häckermuseum eine spannende Erfahrung. Aber auch diverse Kultur- & Theaterevents wie  etwa die Aufführungen des Theaters in der Gärtnerstadt  oder die Illuminationskunst  zur Aktion „Lichthöfe“ ziehen viel Publikum an. Profunde Infos bietet der ausgeschilderte Gärtnerstadt-Rundweg und auch ein Besuch beim Gärtner im Hofverkauf hat mehr zu bieten, als nur ein außergewöhnliches Einkaufserlebnis. Obendrein locken noch diverse Feste, die vor allem mit kulinarischen Genüssen aufwarten wie das Zwiebeltreterfest oder der Tag der Offenen Gärtnereien.

Unser Erlebnis-Tipp für Bamberg-Besucher:
Gehen Sie doch mit bei der neuen öffentlichen Stadttour „Erlebnis Gärtnerstadt“. Von Mai bis Oktober geht‘s jeden Freitag mit erfahrenen Gästeführern in diesen urtypischen Stadtteil von Bamberg. Sie gewinnen spannende Einblicke, genießen einen herrlichen Ausblick vom „schiefen Turm und dann geht’s schließlich noch zum Besuch beim Gärtnermeister, der nicht nur viel Interessantes und Unterhaltsames, sondern auch etwas zum Verkosten hat…. Karten hat die Tourist Information.
Infos & Buchung:
BAMBERG Tourismus & Kongress Service, Geyerswörthstr. 5, 96047 Bamberg. Tel. 0951/2976200, Fax  0951/2976222,
Email: info@bamberg.info, www.bamberg.info

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14. Januar 2017 - 6.292

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