Bambergs lebendige Krippenpassion

Zur Advents- und Weihnachtszeit zeigt sich das Weltkulturerbe von einer ganz besonderen Seite, die oftmals ein wenig romantisch-nostalgisch wirkt.

krippe-mit-bamberg-szene_maternkaplle-foto_verein-bamberger-krippenfreunde-mario-lorenz_23-herbergssuche-in-der-domgasse-johann-schramm_bbg_2.jpg

img_6307.jpg

p1040587_bearb.jpg

ludwigskrippe_chistorischesmuseumbamberg.jpg

laternen_krippe_bauen_zu_zweit3_hf.jpg

krippenmuseum-baunach-foto_frankenbund-baunach-franz-goetz_bild-2.jpg

Dank seiner stimmungsvollen und historisch gewachsenen Krippenszenerie vermag Bamberg eine besonders weihnachtliche Atmosphäre zu verströmen, wie man sie an und für sich heutzutage nicht in modernen Städten Deutschlands vermutet…

So gibt es zur diesjährigen Advents- und Weihnachtszeit (vom 29. November 2019 bis zum 6. Januar 2020) und oftmals auch darüber hinaus an  35 „Stationen“ im ganzen Stadtgebiet mehrere hundert Krippen zu bestaunen.
Denn in der Bischofsstadt lodert eine wahre „Krippenpassion“, die vor rund  400 Jahren durch die Jesuiten begründet wurde. Im Laufe der Jahrhunderte hat die Krippentradition im Bistum  Bamberg  eine ganz eigene und lebendige Vielfalt entwickelt und besitzt heute selbst in ausgewiesenen Fachkreisen einen hohen Stellenwert. Ein klares Bekenntnis zu diesem kostbaren Vermächtnis und der damit verbundenen Traditionen wird  alljährlich vor allem im Advent und in der Weihnachtszeit leidenschaftlich und lebendig zelebriert - daneben existiert vor Ort übrigens auch die rare Gepflogenheit des Aufstellens von Osterkrippen.

Die für Bamberg typische „Krippenpassion“ zeigt sich jedes Jahr aufs Neue –  offenkundig und unübersehbar: In nahezu allen Kirchen, auf öffentlichen Plätzen, in Museen und auch andernorts; denn überall gibt es Krippenszenerien zu entdecken. Gleich, ob es sich um historische, moderne, große oder kleine Krippen, Krippen aus Stein, Holz, Kunststoff und Papierobjekte handelt. Darunter Darstellungen mit lokalem Bezug, aber auch aus „aller Herren Länder“. Ihnen gemeinsam ist Eines: Sie alle verkünden in den wechselnden Szenen die „Frohe Botschaft“ und schaffen damit eine ganz besondere Atmosphäre, die hier die Menschen auf die schönste Zeit des Jahres einstimmt. Neben  wunderschönen historischen Krippen, die zum Teil der Barockzeit entstammen, wissen auch einige Krippen durch ihre lokaltypische Inszenierung zu beeindrucken, wie beispielweise die Krippe in St. Otto: Diese Krippe zeigt in ihren verschiedenen eindrucksvollen Szenenbildern das heutige wie frühere Leben der Bamberger Gärtner in der Gärtnerstadt, die die einzigartiger Bestandteil des Welturerbes Bamberg ist und für ihr strenges Traditionsbewusstsein sowie ihren tiefen katholischen Glauben bekannt ist.
Vor der Kulisse nachgestaltete Gärtnerhäuser und anderer identitätsstiftender Gebäude der Gärtnerstadt erzählt die Krippe durch ihre lokaltypisch gewandeten Figuren  die heilige Geschichte  von der Weihnachtserzählung bis zur Hochzeit in Kana. Mit dieser „Inszenierung“ gelingt es,  biblische Themen  ins Heute zu holen und sie mit alten, bewahrten Traditionen der Gärtner zu verknüpfen und dem Betrachter mühelos verständlich zu machen.

Welchen hohen Stellenwert die Tradition des Krippenaufstellens in Bamberg hat, zeigt sich auch eindrucksvoll durch die vielen „Krippenfreunde“ vor Ort, die oftmals über Jahrzehnte hinweg für den Aufbau und die stetig neue Ausgestaltung ihrer Krippe unermüdlich im Einsatz sind.
Damit verwundert es nicht, dass 2019 gleich zwei unermüdliche „Krippen-Institutionen“ ihr Jubiläum feiern können.
So zeigt Karl-Heinz Exner anlässlich seines 70-jährigen Jubiläums als Krippenbauer im Unteren Schloss in Bischberg eine besondere Krippenausstellung, bei der rund 40 ausgewählte Krippenexponate die ganze Bandbreite seines langjährigen Schaffens dokumentieren.

Ein besonders großes Jubiläum begeht in diesem Jahr jedoch der Verein der Bamberger Krippenfreunde e. V.,  der vor genau 100 Jahren gegründet wurde. Seit 1919 widmet sich der Verein der Krippenfreunde Bamberg e. V.  der  „Förderung und Weiterverbreitung der Krippenpflege auf religiöser, erzieherischer, künstlerischer und volkstümlicher Grundlage". Hierzu veranstaltet er regelmäßig Ausstellungen im In- und Ausland, besonders aber seit 1930 in der Maternkapelle in Bamberg , in der seit 1990 vom Verein auch Passionskrippenausstellungen zu sehen sind. Daneben führt der Verein Krippenbaukurse für Mitglieder und Interessierte durch.
 In der "Heimat" der Krippenfreunde, der Maternkapelle,  findet auch diesmal wieder eine abwechslungsreiche Weihnachtsausstellung statt, die einerseits mit älteren, bei den Bambergern schon lange sehr beliebten Krippendarstellungen, aufwartet, obendrein aber auch  mit neuen, noch nie gezeigten Szenen aufwartet und insgesamt  ca. 40 Krippen präsentiert.

Auch das Historische Museum Bamberg widmet seine diesjährigen Ausstellung dem  Jubiläum der  Krippenfreunden und zwar  mit der Ausstellung „Gloria in excelsis deo – 100 Jahre Verein Bamberger Krippenfreunde e.V.“.  Dort ist übrigens auch eine Besonderheit der Krippenkunst zu sehen, nämlich die rar zu findenden  Passionskrippen, welche in der Regel szenisch über die Weihnachtszeit hinaus bestehen bleiben und sukzessive alle wichtigen Stationen des neuen Testaments einschließlich des Leidenswegs und die Kreuzigung Christi zeigen. Schwerpunkt der Ausstellung sind jedoch die Weihnachtskrippen: Neben den orientalischen Krippen, deren Szenerie  sich möglichst nah an das Palästina vor 2000 Jahren anlehnt, werden auch klassische Heimatkrippen gezeigt, die die Geburt Christi in die Alltagswelt der Betrachter verlegt. Sie offenbaren zahlreiche Details aus dem Leben der Menschen einer Region und laden zur ausführlichen Betrachtung ein. Daneben locken  noch weitere sehenswerte Sonderschauen in der Weltkulturerbestadt.
Für alle „unersättlichen Krippenwanderer“ bietet sich ein weiteres Terrain: Zwar gilt Bamberg als DIE Krippenstadt überhaupt, doch darüber hinaus hat auch das Bamberger Land eine wirklich schöne „Krippenlandschaft“ zu bieten. Ab dem 1. Advent sind dort viele sehenswerte Ortskrippen aufgebaut, die zuweilen durch die  stattliche Größe ihrer Figuren einen verblüffend lebensechten Charakter zu vermitteln mögen, der vor allem die kleinen „Krippenwanderer“ begeistert. Dazu laden noch zahlreiche Kirchenkrippen, zwei „Krippenwege“ und zwei Krippenmuseen zum Besuch ein.

Kein Grund, bei so viel Krippenvielfalt den Überblick zu verlieren, denn
der kostenlose Kombiprospekt „Weihnachts- und Krippenstadt 2019/2020“, ist für alle „Krippenwanderer“ der perfekte Begleiter und informiert über nahezu alles, was Bamberg und seine Region im Advent und zur Weihnachtszeit zu bieten haben.

BESUCHERTIPP:
Für kurzweilige Entdeckertouren der advent- und. weihnachtlichen Erlebnisse im Weltkulturerbe Bamberg gibt es u. a. zwei Angebote für Besucher:
Zum einen wird der eineinhalbstündige Spaziergang „„Weihnachtswunder Krippenstadt“ angeboten, der durch die  weihnachtliche Altstadt inklusive ausgewählter Krippendarstellungen führt und  Geschichten sowie Überlieferungen zum weihnachtlichen Themenkreis liefert (30.11.2019 – 6.1.2020, samstags, sonn- und feiertags Start ab 13.30 Uhr).
Oder aber man kann an einer köstlich-kulinarischen Stadttour der anderen Art teilnehmen, und zwar beim Weihnachtsgassenspiel „Die Herbergssuche zu Bamberg“ (15.11.2019 - 06.01.2020, freitags 18.30, sonntags 15 Uhr). 

Prospektanforderung, Infos und Buchung der Erlebnistouren:
BAMBERG Tourismus & kongress Service Geyerswörthstraße 5, 96047 Bamberg, Tel. 0951/2976-200, Fax 0951/2976-222, info@bamberg.info, www.bamberg.info
Online:
Broschüren-Download unter http://www.bamberg.info/downloads/  
Infos zur Weihnachts- und Krippenstadt unter http://www.bamberg.info/weihnachten/
Sowie  www.krippenbauer-exner.de und www.krippenfreunde-bamberg.de

Datum - Zeichen

11. November 2019 - 8.230

Downloads

Pressetext
Broschüre Weihnachts- & Krippenstadt 2019/2020

Copyright

© Stadt Bamberg

Loading...