Ich sehe was, was Du nicht siehst
Auf der Giechburg ist eine Gemeinschaftsausstellung von sechs Fotografen aus der Region im Turm der Burg zu sehen.
Ein Turm voller Fotografien. Noch bis zum 23. August sind auf der Giechburg Bilder von mehreren Fotografen aus Franken zu sehen. „Jeder Fotograf hat im Turm sein eigenes Stockwerk“, erklärt Kuratorin Lucia Scheid-Nam von der Produzentengalerie, dem Veranstalter der Ausstellung. Zum ersten Mal zeigt sie in der Jahresausstellung Fotografien: „Ich habe gemerkt, Fotografen haben einen anderen Blick auf die Welt. Den möchten wir zeigen.“
Die Fotografen
Bastian Sünkel zeigt unter anderem Bilder aus seiner Serie „B. C.“ - before crisis – aus den Jahren 2018 bis 2020. „Zwei Jahre bin ich über die Nordhalbkugel unserer Erde gereist. Vieles wäre heute so nicht mehr möglich, beispielsweise die Begegnungen im Iran“, so Sünkel. Eins seiner Bilder zeigt die Meerenge bei Hormuz. Die Welt hat sich in weniger Jahren stark verändert. „Meine Bilder zeigen oft Menschen alleine in der Landschaft.“
Laurent Perraut pendelt seit über 20 Jahren zwischen Bamberg und Bayreuth. Er wollte die Landschaft, die ihn täglich begleitet festhalten. „Für das Projekt habe ich die Kamera fest im Auto installiert. Meine Verschlusszeiten sind langsam und bei Regen kommen die verschwommenen Scheiben wie ein Filter dazu“, sagt er. Er entwickelt all seine Bilder am Computer, verfremdet nichts nachträglich. „Damit ich zehn Bilder zeigen kann, habe ich 5000 gemacht“, so Perraut. Außerdem zeigt er Landschaftsfotos aus seinem Geburtsland Frankreich, „die ich noch nie gezeigt habe“.
Dr. Michael Lagarie hat Fotografien aus fünf Jahrzehnten ausgewählt. Er war und ist viel in den Bergen unterwegs: „Es geht oft um diesen einen, kurzen Moment, der die ganz besondere Atmosphäre ausmacht.“ Lagarie ist naturverbunden und so „taucht der Mensch in meinen Bildern nur beiläufig auf“. Ein paar wenige Bilder hat er bei sich in die Praxis gehängt und deren Wirkung beobachten können. „Bilder können auch Ruhe schenken“, sagt er, zum Beispiel das kleine Café auf einer Passhöhe in Korsika. „Dort sitzt der Wirt früh um acht Uhr alleine vor seinem Häuschen und wartet.“ Ein anderes Bild entstand nachts in Madrid: „Erst hinterher habe ich entdeckt, dass das Café, das ich da fotografierte, „El Imperfecto“ heißt – das passt sehr gut zu meinen Bildern.“
Denis Delauney bewegt sich als Künstler frei zwischen Skulpturen, Malerei und Fotografie. Er verknüpft Gegensätzliches in seinem Fotokunstprojekt „Wa(a)ge es!“ Gerne nimmt er auch an Projekten mit mehreren Künstlerinnen und Künstlern teil. Delauneys Kunst öffnet Räume für neues Denken und schickt den Geist auf eine magische Reise.
Christian Heilmann hat durch die aufmerksame Beobachtung der Natur seine eigene Bildsprache entdeckt und entwickelt. Seine Bilder entstehen oft durch das geduldige Betrachten und Warten auf den Moment der richtigen Stimmung. Im Zentrum seiner Arbeit stehen Landschaften, Pflanzen und natürliche Strukturen.
Matthias Nürnberger beschäftigt sich schon viele Jahrzehnte mit Experimentalfotografie. Seine erste Ausstellung war 1987 in Eichstätt. Mit seinem Ruhestand als Rektor lebt er als Fine-Art-Photograph und Musiker und arbeitet an weiteren Ausstellungen, Kunst- und Buchprojekten.
Die Ausstellung ist bis zum 23. August jeweils Samstag und Sonntag zwischen 13 und 17 Uhr geöffnet. Veranstalter ist die Produzentengalerie Burgkunstadt für Gegenwartskunst.
Kontakt:
Produzentengalerie-Burgkunstadt für Gegenwartskunst e.V.
Schönberg 1
96224 Burgkunstadt
E-Mail: info@atelierfrauenberg.de
Website: http://produzentengalerieburgkunstadt.de/
Datum - Zeichen
29. Juli 2026 - 3.589
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